18. April 2004                                                Schill.Stefan@t-online.de


SPRACHE ALS GEFÄNGNIS

wir sprechen indogermanisch,
möchten aber vielleicht eine andere denkweise besprechen
als diejenige,
die dem indogermanischen zugrundeliegt.
solange wir umgangssprachlich plappern,
dürfte uns das unter zuhilfenahme von tonfall, gestik und mimik,
sowie durch die spontane bezugnahme auf die augenblickliche situation gelingen.

was aber,
wenn wir nichtindogermanisches denken auf indogermanisch zu papier bringen wollen?
wir müssten halt dann ein schauspiel erfinden,
eines,
das beim leser stimmung erzeugt
und den eindruck erweckt,
er sei mittendrin im geschehen.
gemäß der aristotelischen theorie der komödie und tragödie müsste uns dieses schauspiel,
vielleicht reicht ja auch ein normales gedicht,
den indogermanischen dualismus kurz vergessen machen.
genau in diesem moment würde dann,
um unserer genialität als autor keinen abbruch zu tun,
die eigentliche aussage des textes zum ausdruck kommen.

aber das ist noch nicht alles.
das indogermanische gefängnis soll schließlich seine gitter verlieren.
die wortverbindungen, die das nichtdualistische beschreiben,
sind nämlich so kinderleicht zu verstehen,
daß sie zum gemeingut der indogermanischen sprache werden
und somit endlich das philosophische schriftstellen ermöglichen.



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