Autor: Stefan Schill, erstellt am 9. Juni 2003 (Schill.Stefan@t-online.de)

Das Herdentier Mensch

Als ungefähr 10-jähriger, beeindruckt von 'Länder, Menschen, Abenteuer' habe ich mich gefragt, wo ich mich richtig wohl fühle: Inmitten der Herde, an ihrem Rande oder als Einzelgänger? Zu meiner Antwort stehe ich bis heute.

Ich kann nicht verstehen, wieso sich Menschen freiwillig auf den Füßen herumtrampeln. Ist es am Rande denn nicht viel schöner? Hier genieße ich den Ausblick und betrachte 'meine' Herde, der ich mich weiterhin verbunden fühle, eingebettet in die sie umgebende Landschaft. Hier kann ich meinen Blick gegen das Unbekannte und potentiell Gefährliche richten. Als Mittler zwischen Außen- und Innenwelt übernehme ich somit eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Sollen sich die Trampeltiere nur darüber wundern, daß ich mit gewissem Abstand gehe. Ich kann jedenfalls von mir behaupten, nicht der falsche Messias zu sein, der sich gänzlich von der Herde abgekapselt, um nach langer Zeit aus dem Nichts wieder aufzutauchen und faule Versprechungen zu machen. Mein Standpunkt hat sich nämlich im Laufe der Zeit kaum geändert. Ich habe immer rechtzeitig gesehen, wenn die Herde im Kreise läuft.

Als zwischenzeitlich Mitt-30er ist mir klar, daß die Herde niemals begreifen wird, daß sie der Intelligenz von Außenstehenden bedarf, um sich in die Lage des Feindes versetzen zu können. So irrt sie umher, sich gegenseitig versichernd, welches das Feindbild und welches die politische Richtung sei.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Menschen zu Frieden und Wohlstand zu führen. Die Herdentiere selbst merken es nicht, denn es ist in ihrem menschlichen Wesen bereits angelegt. So sind sie empfänglich für das Selbstverständlichste dieser Welt und beginnen dabei über sich selbst zu schmunzeln.